Publikation

PROBLEMFELDER UND HERAUSFORDERUNGEN AFGHANISCHER FRAUEN AUF DEM WEG IN DEN oö. ARBEITSMARKT - Schlussfolgerungen für Integrationsprojekte

Publikation, 2018

Outline

M. Angerer, D. Wetzelhütter, K. Hasengruber, S. Falkner-Matzinger - PROBLEMFELDER UND HERAUSFORDERUNGEN AFGHANISCHER FRAUEN AUF DEM WEG IN DEN oö. ARBEITSMARKT - Schlussfolgerungen für Integrationsprojekte - Report, [Keine Institution], Deutschland, 2018, pp. 1-146

Abstract

Obwohl geflüchtete Menschen in Österreich gerade in den letzten Jahren oftmals Mittelpunkt in der medialen Berichterstattung und Auseinandersetzung auf politischer und gesellschaftlicher Ebene waren, spielten Frauen mit Fluchtgeschichte eine eher untergeordnete Rolle. Nachdem ihr Stellenwert im Integrationsprozess bedeutend ist, soll diesem nun Beachtung geschenkt werden. Mit dem vorliegenden Forschungsprojekt werden geflüchtete Frauen afghanischer Herkunft und ihre Herausforderungen und Anliegen insbesondere im Kontext der Arbeitsmarktintegration in Oberösterreich sichtbar gemacht. Ziel der Forschung ist daher neben einer Auseinandersetzung und Beschreibung der Lage der oben genannten Zielgruppe und dem damit verbundenen Aufzeigen von Problemfeldern am Weg in den oberösterreichischen Arbeitsmarkt, einen Beitrag zur Entwicklung von Maßnahmen zur nachhaltigen Integration von Frauen mit Fluchterfahrung in den Arbeitsmarkt zu leisten. Für die empirische Umsetzung, zur Erreichung des Forschungsziels, wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt. Herzstück dieser Studie bilden Leitfadeninterviews mit (erwachsenen) afghanischen Frauen mit positivem Asylbescheid bzw. subsidiärem Schutz und Wohnsitz in Oberösterreich. Ergänzt werden ihre Erfahrungen und Sichtweisen durch Ergebnisse aus Gesprächen mit Beschäftigten aus unterschiedlichen Institutionen, die mit der Zielgruppe arbeiten. Die befragten Frauen befinden sich an unterschiedlichen Positionen auf ihrem Weg der Arbeitsmarktintegration. Bei allen wird eine Bildungs- und Arbeitsmarktorientierung deutlich. Behindert wird diese allerdings durch Faktoren wie etwa mangelndes Systemwissen, das Fehlen von (formalen) Bildungsabschlüssen, dem Erwerb von ausreichenden Kenntnissen der deutschen Sprache sowie Mobilitätshemmnissen. Darüber hinaus zeigten sich Aspekte in den Lebenssituationen der Frauen, die vorrangig vor Fragen der Beschäftigung oder Qualifizierung behandelt werden sollten. Dazu gehören beispielsweise eine angeschlagene (psychische) Gesundheitssituation, die (oftmals alleinige) Zuständigkeit für Kinderbetreuung und Haushalt, das Erleben von bzw. der Umgang mit Diskriminierungserfahrungen und der Zugang zu leistbarem Wohnraum. Aber eines zeigt sich deutlich: Damit Frauen ihre Fluchterfahrungen verarbeiten, im (Berufs)Alltag ankommen und ihren Weg in Oberösterreich selbstbestimmt (weiter)gehen können, braucht es passgenaue Angebote, die sie erreichen und dabei individuelle frauenspezifische Herausforderungen berücksichtigen.