Publikation

Einfluss von Borkohle auf die Geruchsintensität von Gülle

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G. Hampejs, A. Jäger - Einfluss von Borkohle auf die Geruchsintensität von Gülle - Tagungsband FFH 2018, Salzburg, Österreich, 2018, pp. 10

Abstract:

Gülle setzt verschiedene Gase frei, von denen neben einer Mischung aus verschiedensten organischen Substanzen die folgenden besondere Relevanz haben: Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Ammoniak (NH3), Lachgas und Schwefelwasserstoff (H2S). Den unangenehmen Geruch bei der Gülleaus-bringung verursachen vor allem der Schwefelwasserstoff, Ammoniak sowie die leicht flüchtigen organischen Substanzen. Im Rahmen dieses Projekts wurde die Reduktion geruchsintensiven Inhaltsstoffe der Gülle bei der gemeinsamen Aus-bringung von Borkohle und Gülle untersucht. Borkohle wird aus einem Abfall-stoff aus dem Bauwesen hergestellt. Um das Risiko eines Brandes zu minimie-ren, werden Zellulose-Dämmstoffe mit Borsäure, die als natürliches Brand-schutzmittel fungiert, versetzt. Wenn verbaute Dämmstoffe auf Zellulosebasis beim Abbruch oder Umbau von Gebäuden ersetzt werden müssen fallen diese als reine Reststofffraktion an. Dazu werden die Zellulosefasern staubfrei abge-saugt und zur Vereinfachung des Transports vor Ort pelletiert. Anschließend werden die Zellulosepellets im Pyrolyseofen verkohlt. Untersucht wurde der Einfluss der zugegeben Menge an Borkohle, der Einwirkdauer der Kohle, der Laufzeit eines Wäschers (als Desorber) sowie die Zeitabhängigkeit bei direktem Auftrag. Es konnte gezeigt werden dass durch die Zudosierung von praxistaug-lichen Mengen an Kohle zur Gülle eine Reduzierung der Geruchskonzentration um bis zu 85% beobachtet werden konnte. Dies entspricht der Reduktion des Geruchspegels um bis zu 8 dBGeruch. Es hat sich gezeigt, dass eine positive Kor-relation der Geruchsreduktion zur zugesetzten Menge an Kohle mit der gemes-senen Geruchskonzentration besteht. Dieser Effekt ist bei allen verwendeten Methoden aufgetreten. Zugesetzt wurden Kohlemengen von 5 bis 250 gL-1. Der Einfluss kürzerer Einwirkzeiten der Kohle bis 30 min. scheint vernachlässigbar. Erst Einwirkzeiten von 30 – 60 min. scheinen einen Einfluss auf die Geruchs-konzentration zu haben. Dieser Effekt wurde durch die Erhöhung der zugege-benen Kohlenmenge verstärkt. Durch die Arbeit ergaben sich auch Fragen, die für die praktische Anwendung interessant sind und wissenschaftlich untersucht werden sollten.