Publikation

Diversitätsparadigmen neu gedacht: Schnittmengen zwischen hochschulischer Vielfalt und unternehmerischen Sinnwelten

Outline:

M. Gaisch, S. Preymann, R. Aichinger - Diversitätsparadigmen neu gedacht: Schnittmengen zwischen hochschulischer Vielfalt und unternehmerischen Sinnwelten - 11. Forschungsforum der Österreichischen Fachhochschulen , Krems, Österreich, 2017, pp. 1-8

Abstract:

Das Ziel dieses Beitrags ist es, bestehende - aus dem Unternehmenskontext entspringende - Diversitätsparadigmen zu beleuchten und auf den Hochschulsektor und dessen anders gelagerten kontextuellen Rahmenbedingungen umzulegen. Dabei dient das Konzept des HEAD (Higher Education Awareness for Diversity) Wheels (Gaisch/Aichinger 2016) als Bezugsrahmen für einen holistischen Blick auf für die Hochschule relevante Vielfaltsaspekte. Das HEAD Wheel umfasst fünf Diversitätssegmente (demografische, kognitive, fachliche, funktionale und institutionelle Diversität) und stellt die Basis für eine ganzheitlich-systemische Verankerung von Diversity Management als Querschnittsmaterie in den Aufbau-und Ablauforganisationen von Hochschulen dar. Somit lenkt das Wheel den Blick weg von einer eindimensionalen Betrachtung spezifischer Strukturdimensionen hin zu einer ganzheitlichen und intersektionalen Sicht auf Vielfalt im tertiären Bereich. Das HEAD Wheel soll zu einem konstruktivistischen und system-theoretischen Diversity-Mainstreaming beitragen. Wissenskonstruktion erwächst aus dem Umgang mit den komplexen Rahmenbedingungen, denen Diversity Management aus seiner Historie heraus ausgesetzt ist. Dabei entstehen durch den Einbezug aller relevanter Diversity-Management-Paradigmen auf den ersten Blick widersprüchliche und unvereinbar erscheinende Diskrepanzen und Dissonanzen, die in ihrer Kombination dennoch erfolgversprechende Resultate und Umsetzungsempfehlungen generieren können. Durch die Gesamtbetrachtung der unterschiedlichen Paradigmen kann soziale Nachhaltigkeit und bildungsbasierte Transformation der Gesellschaft im Sinne der Third Mission der Hochschule gefördert werden. Dieser Beitrag nimmt die im Unternehmenskontext etablierten Diversitätsparadigmen unter die Lupe und analysiert, welche Grundprinzipien für Hochschulen und Unternehmen ausschlaggebend sind und wo sich unterscheiden.