Publikation

Affordances for Teaching in an International Classroom

Outline:

M. Gaisch - Affordances for Teaching in an International Classroom - Phd Thesis, Universität Wien, Österreich, 2014, pp. 1-275

Abstract:

Die vorliegende Dissertation an der Schnittstelle von Hochschulforschung, Sozio-Linguistik und Kulturwissenschaften versucht Handlungen mit Aufforderungscharakter, sogenannte Affordanzen, im Internationalen Klassenzimmer zu identifizieren, die von Lehrenden, die Informatikfächer an einer österreichischen Fachhochschule unterrichten, wahrgenommen werden. In Anlehnung an die partizipative Aktionsforschung werden die Akteure aktiv in das Projekt eingebunden, um situative kognitive und affektive Handlungsaufforderungen reflektiert verorten zu können, mit dem Ziel das gewonnene Wissen in den internationalen Lehrbetrieb rückzuführen. Eingebettet in einen psycho-ökologischen Rahmen und im konstruktivistischen Ansatz der Grounded Theory verankert, bezieht die gegenständliche Forschungsarbeit wesentliche Zugänge einer Nexus Analyse ein. Durch systematische Auswertung von qualitativen Daten wurde versucht, mittels komparativer Analyse und komplexer Analyseverfahren ein realitätsnahes, in der Empirie verankertes Modell zu generieren, das für die sozialen Akteure von Relevanz ist. Mittels einer Längsschnittanalyse wurde in einem Zeitraum von mehr als drei Jahren ein Grounded Theory-Modell konzipiert, welches zeigt, dass Lehrende Affordanzen im Internationalen Klassenraum mittels multipler Wirklichkeiten in vier unterschiedlichen Zyklen kontext-sensibel wahrnehmen können. Die gemeinsame Konstruktion der Daten in Interaktion mit allen sozialen Akteuren weist darauf hin, dass die von der Forscherin reflektierte und dokumentierte Rückmeldung von Transformationspfaden als Affordanzen kapitalisiert wird, während sich individuelle Persönlichkeitsfaktoren, sozialisierte und internalisierte Muster der Gesellschaftskultur und Professionskultur als hemmende Faktoren für die Wahrnehmung von Affordanzen erweisen können. Die positivistische Konzeption von institutionellem “wertvollen” Wissen wirkt sich nachteilig auf die subjektiven Wirklichkeitsdeutungen sozialer Akteure aus, was die Wahrnehmung für soziale Handlungen mit Aufforderungscharakter negativ beeinflusst. In diesem Zusammenhang wurde festgestellt, dass die Entwicklung von Reflexionsfähigkeit wesentlich zur Wahrnehmung von Handlungsmöglichkeiten für die Unterrichtsführung im internationalen Klassenzimmer beiträgt.