Publikation

Report - Akzeptanzerhebung in Hinblick auf die Verwendung von Floating Car Data (FCD)

Outline:

A. Pell, F. Starkl - Report - Akzeptanzerhebung in Hinblick auf die Verwendung von Floating Car Data (FCD) - Report, Amt der Oö. Landesregierung, Österreich, 2012, pp. 21

Abstract:

Der ständig wachsende Mobilitätswunsch der Bevölkerung, die wirtschaftliche Integration innerhalb der EU und die voranschreitende Globalisierung von Produktionsprozessen und Handelsbeziehungen führen zu einem stetig wachsenden Verkehrsaufkommen. Für das Güterverkehrsaufkommen in Oberösterreich wird bis zum Jahr 2020 eine Steigerung von bis zu 50% prognostiziert. Der Individualverkehr wird im gleichen Zeitraum etwa um 30% wachsen. Auch wenn die Wirtschaftskrise vor allem im Güterverkehr zu rückläufigen Verkehrsleistungen geführt hat, ist zu erwarten, dass sich der Trend der letzten Jahre, einer pro Jahr wachsenden Verkehrsleistung von 2-3%, langfristig fortsetzen wird und die Prognosen mit leichter Verzögerung eintreten werden [KOM08]. Der Ausbau von Verkehrswegen kann jedoch dieser Steigerung nicht gerecht werden. Es ist zu erwarten, dass bei anhaltenden Trends die Stausituationen – ausgelöst durch Kapazitätsengpässe – ab dem Jahr 2020 um 120% zunehmen. Somit sind für die zukünftige Aufrechterhaltung der gewünschten Mobilität innovative Lösungsstrategien mit Einsatz von Intelligent Transport Systems (ITS) notwendig. Extended Floating Car Data (xFCD) kann zur Erstellung eines Echtzeitverkehrslagebildes verwendet werden. Erhoben werden diese fahrzeugseitigen Verkehrsbewegungsdaten mittels eigens in den Fahrzeugen verbauten Sensoren. Zusätzlich zu geokodierten Daten können auch Sensordaten wie Umgebungstemperatur, Scheibenwischeraktivität oder ABS-Aktivierungen mittels Schnittstelle zur Bordelektronik ausgelesen und mittels Mobilfunk-Technologie an einen zentralen Server übermittelt werden. Für die Verwendbarkeit der Daten zur Erstellung eines zeitnahen Verkehrslagebildes müssen einige technische Gegebenheiten wie eine kritische Masse an Fahrzeugen, die Genauigkeit der Daten und eine passende Abtastrate erfüllt werden [Bre05a][ Bre05b]. Im Rahmen des Projekts „FCD Feldversuch OÖ“ wurde die Verwendbarkeit von Floating Car Data zur Umsetzung von ITS-Maßnahmen und Strategien evaluiert. Dazu wurden einerseits die technischen Gegebenheiten durch der Firma RISC Software GmbH betrachtet und analysiert. Zusätzlich wurde durch das Logistikum Steyr eine Akzeptanzstudie durchgeführt, die der Frage nachging, ob es bei Nutzern der oö. Landes- und Gemeindestraßen grundsätzlich eine Bereitschaft zur laufenden anonymisierten Erhebung von Positions- und Bewegungsdaten ihrer Fahrzeuge und somit zur Erhebung ihrer zurückgelegten Wege auf den Straßen gibt. Für die bestmögliche Erkenntnisgenerierung wurde ein zweistufiges Verfahren gewählt, bei dem zuerst persönliche Interviews geführt und analysiert wurden und auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse eine quantitative Online-Umfrage durchgeführt werden konnte. Zielsetzung war es somit, den Akteuren des Landes OÖ eine Grundlage für Entscheidungen zu liefern, ob verkehrstelematische Maßnahmen im Bereich der FCD-Technologien für OÖ „passende“ Lösungen im Rahmen eines Gesamtkonzeptes bieten und, wenn ja, unter welchen Umständen Nutzer der oö. Landesstraßen zu einer Teilnahme bereit wären. „Passend“ versteht sich im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung und versucht technische wie gesellschaftliche Kriterien mit einzubeziehen.