Publikation

Erhöhte Abwärmenutzung bei Biogasanlagen durch Satelliten-BHKW

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C. Neumüller, C. Lanzerstorfer - Erhöhte Abwärmenutzung bei Biogasanlagen durch Satelliten-BHKW - Biogas Fachkongress, Graz, Österreich, 2011, pp. 38-46

Abstract:

Im Moment wird ein erheblicher Anteil der Abwärme von Biogasanlagen ungenutzt in die Atmosphäre abgegeben, da die Biogasanlage selbst sowie deren Betreiber nicht die gesamte Wärme benötigen. Dazu kommt, dass Biogasanlagen zumeist eher an abgelegenen Standorten errichtet werden und somit potentielle Wärmeabnehmer wie etwa Wohnhäuser, öffentliche Gebäude oder Gewerbebetriebe in der unmittelbaren Umgebung fehlen. Dabei ist eine hohe Wärmenutzung von großer Wichtigkeit für die Wirtschaftlichkeit einer Biogasanlage. In Deutschland wurde 2006 erstmals ein neues Konzept zur Abwärmenutzung realisiert, welches dort als „Mikrogasnetz mit Satelliten-BHKW“ bezeichnet wird. Dabei erfolgt die Biogasversorgung eines extern von der Biogasanlage lokalisierten Blockheizkraftwerks mittels einer Biogastransportrohrleitung, wobei das Satelliten-BHKW direkt am Ort eines Wärmebedarfs, etwa einem Nahwärmenetz, aufgestellt wird. Dadurch ist eine Abwärmenutzung von bis zu 100 % realisierbar. Dieser Biogasverwertungspfad löst das häufige Problem der geringen Abwärmenutzung auf Grund fehlender Wärmeabnehmer in der Umgebung durch die örtliche Trennung der Biogasproduktion und –verwertung. Längere Distanzen zwischen Biogasanlage und Satelliten-BHKW stellen hierbei kein Problem dar, da das Biogas im Gegensatz zur Wärme verlustfrei, abgesehen vom Druckverlust, in Rohrleitungen transportiert werden kann. Auch die Kosten für eine Biogasleitung liegen unter denen einer Nahwärmeleitung. Im Vergleich zur Einspeisung des Biogases ins Erdgasnetz ist bei diesem Konzept eine weitergehende Aufreinigung des Biogases auf Erdgasqualität nicht erforderlich. Die Deckung des Prozesswärmebedarfs der Biogasanlage muß beim Betrieb eines Satelliten-BHKW entweder über ein zweites, kleineres BHKW direkt am Anlagenstandort oder eine mit Biogas betriebene Kesselanlage erfolgen. Um zu prüfen, ob dieses deutsche Konzept auch für österreichische Biogasanlagenbetreiber eine Option darstellt, erfolgt eine Evaluierung hinsichtlich Machbarkeit sowie Wirtschaftlichkeit unter österreichischen Rahmenbedingungen. Bei der wirtschaftlichen Evaluierung werden die durch zusätzlich erforderliches Equipment entstehenden Mehrkosten, abhängig von der Verlegeart sowie Länge der Biogasleitung, den Mehrerlösen, welche je nach Wärmenutzungsgrad sowie Leistung der Biogasanlage variieren, gegenübergestellt. Dadurch ist eine Aussage zur Wirtschaftlichkeit dieses Konzepts möglich.

2011

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